Tipps zum Umgang mit unsauberen Katzen
Ein sehr häufiges Problem, über das Katzenbesitzer klagen: Der Kot- und/oder
Harnabsatz ausserhalb der Katzentoilette.
Aus der Sicht der Katze hat dieses Verhalten immer einen Grund. Allerdings ist
dieser für den Katzenbesitzer oft sehr schwer zu erruieren.
Wenn die Katze früher sauber war, gibt es immmer einen Auslöser, der der Katze
offensichtlich Stress bereitet. Häufig sind diese Auslöser für den Besitzer kaum merkbar
und können erst nach eingehender gezielter Befragung aufgedeckt werden.
Einen ganz wichtigen Grundsatz sollten Sie immer beachten: Bestrafen Sie die Katze niemals! Sieverursachen der Katze noch zusätzlichen Stress und die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch häufiger Unsauber ist, steigt. Die Katze kann diese Bestrafung auch nicht mit dem "Danebenmachen" verknüpfen, da die beiden Ereignisse zeitlich zu weit auseinander liegen. Sie wird die Strafe mit Ihrer Person oder Ihrem Nachhausekommen verknüpfen und in Hinkunft vielleicht den Eindruck erwecken, dass sie ein schlechtes Gewissen hat, weil sie sich eher verkriecht, wenn sie nach Hause kommen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie den Grund der Bestrafung erfasst.
Das richtige Vorgehen:
- Warten Sie nicht zu lange, bis Sie das Problem professionell angehen. Wenn sich eine Katze erst so richtig daran gewöhnt hat, überall hin zu machen, wird es immer schwieriger, dieses Problem wirklich in den Griff zu bekommen.
- Es kann auch eine Erkrankung des Harn- oder Verdauungsapparates Ursache für die Unsauberkeit sein. Lassen Sie Ihr Tier auf jeden Fall vom Tierarzt untersuchen und bringen Sie am Besten gleich eine Harn- und Kotprobe mit.
- Pheromone (siehe weiter unten) sind völlig unschädlich und wirken oft überraschend gut, da sie eine beruhigende Wirkung auf die Katze haben. Sie beschleunigen den Erfolg meist sehr und sind beim Tierarzt erhältlich (Spray oder Vernebler).
- Versuchen Sie zu erruieren, weshalb Ihre Katze daneben macht.
Häufig sind kleine Veränderungen in ihrer Umgebung für die Katze schon Grund genug,
zu markieren (z.B. häufiger Besuch von Schulfreunden Ihrer Kinder, neues Tier, umgestellt
Möbel, neuer Partner, Streit, ...).
Können Sie einen wahrscheinlichen Grund vermuten, ihn aber nicht abstellen, dann wenden Sie sich an einen verhaltensmdizinisch tätigen Tierarzt. Es gibt verschiede Möglichkeiten, ihre Katze zu beeinflussen. Pheromone, homöopthische Mittel oder auch andere Medikamente, können Ihrer Katze den Stress soweit nehmen, dass sie die Möglichkeit hat, sich an die veränderten Verhältnisse zu gewöhnen. - Veränderungen in Ihrer Wohnung, die hilfreich sein können finden sie weiter unten.
Prinzipiell sollte es in jeder Wohnetage für 50-70 m² eine Katzentoilette vorhanden sein. - Pro Katze sollte immer eine Toilette vorhanden sein plus eine Toilette zusätzlich.
- Die Art der Einstreu ist ebenfalls sehr wichtig. Viele Katzen bevorzugen weiches geräuscharmes Material wie Erde oder Sand.
- Das Kisterl sollte an einem ruhigen geschützten Platz stehen, damit die Katze sich zurückziehen kann. Trotzdem muss eine Fluchtmöglichkeit bestehen.
- Macht eine Katze immer wieder an den gleichen Ort, sollte dieser mit stark riechenden Subtanzen wie Essig behandelt werden. Gleichzeitig kann ein Kisterl vorübergehend an diesem Ort plaziert werden. Sobald die Katze das Kisterl verlässlich benützt, kann es schön langsam immer mehr an den gewünschten Platz verschoben werden.
- Bevorzugt Ihre Katze eine bestimmte Oberflächenart (z.B. Spannteppich), sollten sie diesen vorübergehend mit Plastik abdecken oder die Katze nicht in diese Räume lassen, bis sie sich an eine gewünschte Oberfläche (sprich: Einstreu) gewöhnt hat.
- Das Aussperren aus bevorzugten Räumen ist häufig ebenfalls hilfreich. Es soll nicht als Strafe für die Katze verstanden werden, sondern als Möglichkeit, die Spannungen und den Ärger im Haushalt zu senken.
- Ausserdem gibt ein eingeschränktes Revier unsicheren ängstlichen Katzen oft ein höheres Sicherheitsgefühl, was dazu führt, dass sie nicht ständig das Bedürfnis haben, ihre Duftmarken überall zu verteilen. Selbstverständlich sollte sich die Katze im zugewiesenen Raum auch wohlfühlen (Spielzeug, Liegeplatz, etc.).
- Sollten Sie mehrere Katzen haben, liegt die Unsauberkeit häufig an der Spannung zwischen zwei Tieren. Auch hier kann man Maßnahmen treffen, die den Stress vermindern und das Zusammenleben für beide erträglicher gestalten.
Wichtige Auslöser:
- Veränderungen in der Umgebung der Katze.
- Mehrere Katzen im gleichen Haushalt.
- Zu wenige Katzenklos.
- "Falsche" Einstreu.
- Katzenklo an schlechter Stelle.
- Schlechte Erfahrungen am Katzenklo (Schmerzen?).
- Häufig sind unsaubere Katzen generell hyperaktiv.
- Erkrankungen der Harnwege oder des Darmes.
- Markierverhalten (meist unkastrierte Tiere).
Wichtige Veränderungen zuhause:
- Stressauslösende Veränderungen, falls möglich, rückgängig machen.
- Mindestens 1 Klo pro Etage bzw. pro 50-70 m² aufstellen.
- Mindestens für jede Katze ein eigenes Klo aufstellen plus ein Klo zusätzlich.
- Verschiedene Einstreumaterialien ausprobieren: Sand, Erde, Papier oder Sägespäne.
- "Geräuschlose" Einstreu.
- Ruhiges Eck für Katzenklo, Fluchtmöglichkeit nach vorne, kein Deckel am Klo.
- Nach schlechter Erfahrung am Kisterl (Schmerzen beim Kot- oder Harnabsatz) anderen Behälter, andere Einstreu und anderen Standort ausprobieren.
- Katzenklo dort aufstellen, wo ihre Katze meist Harn oder Kot absetzt. Benützt sie dieses Klo, kann es alle 2-3 Tage um ca 5cm in Richtung "gewünschter Standort" verschoben werden.
Sollten Sie alle genannten Maßnahmen bereits erfolglos ausprobiert haben, wenden Sie sich bitte an einen verhaltensmedizinisch tätigen Tierarzt. Der Austaussch einer "angepinkelten" Sitzecke verbessert die Situation sicherlich nicht. Die neuerliche Veränderung der gewohnten Umgebung macht sie Situation sicherlich für die Katze nur schlimmer.
Medikamente
- Pheromone: Duftstoffe, die beruhigend auf die Katze wirken, sind fast immer sehr hilfreich. Sie werden über einen Verdampfer, der einfach in die Steckdose gesteckt wird, in der Wohnung verbreitet und sind für den Menschen völlig geruchlos.
- Homöopathie: Wie eine Studie zeigte, sprechen unsaubere Katzen auf eine homöopathische Behanlung wesentlich besser an, als auf die manchmal üblichen Psychopharmaka. Für die Verabreichunge der passenden Arznei ist eine ausführliche Anamnese nötig. Wir informieren Sie darüber gerne in unserer Ordination.
Wenn Sie Besitzer einer sensiblen Katze sind, sollten Sie sich schon vor einer bevorstehenden Veränderung in Ihrer Wohnung oder auch vor der Anschaffung eines neuen Tieres an einen Verhaltensmediziner wenden. Mit einem Pheromen-Stecker oder einer homöopathischen Arznei lassen sich oftmals negative Reaktionen ihres Mitbewohners im Vorhinein vermeiden.
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