Lara und der Angelhaken

Während eines Segeltörns inmitten der kroatischen Inseln machte sich Lara, eine damals fünf Monate alte Welpe, über eine Angel her. Ehe die Besitzer eingreifen konnten, hatte sie den Haken schon soweit verschluckt, dass er nicht mehr aus dem Schlund geholt werden konnte. Es blieb nur mehr übrig, die Schnur durchzuschneiden und zuzusehen, wie sie langsam in der Kehle verschwand.

Nachdem wir telefonisch kontaktiert wurden, gaben wir den Rat, langfasriges Sauerkraut zu verfüttern, der Angelhaken sollte damit im Darm umwickelt werden.

Eineinhalb Tage später waren die Besitzer mit Lara in Wien und wir konnten mittels Röngten die Lage des Angelhakens feststellen. Da er sich noch im Magen befand, beschlossen wir, weiter auf den Faktor Zeit zu setzen und weiter Sauerkraut zu verfüttern. Eine Magenoperation, vor allem bei einem Welpen, zieht eine lange Rekonvaleszenzzeit nach sich, dem Hund ging es gut und durch die regelmäßige Röngtenkontrolle sollten Komplikationen ausgeschaltet werden.

Bei einer weiteren Kontrolle zwei Tage später, konnten wir feststellen, dass der Haken weiter in den Darm gewandert war. Die Chancen, dass der Haken auf natürlichem Wege ausgeschieden werden könnte, stiegen dadurch weiter.

Und obwohl die Besitzer sehr akribisch die Ausscheidungen kontrollierten, mussten wir nach einer weiteren Röngtenuntersuchung feststellen, dass Lara den Haken offenbar unbeaufsichtigt losgeworden war.