Parvovirose - Katzenseuche
Die Katzenseuche hat seit den 70er-Jahren die Staupe als gefürchtetste Hundeseuche
abgelöst. Ein Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass das ausgeschiedene Virus im Kot
mindestens 6 Monate ansteckungsfähig bleibt.
Man vermutet, dass sich das Hunde-Parvovirus aus dem Parvovirus der Katze entwickelt hat,
da es sich nur sehr wenig von diesem unterscheidet.
Dank der konsequenten Impfpraxis ist die Katzenseuche bei uns momentan keine sehr häufige
Erkrankung. In Spanien und Süditalien gibt es aber wieder eine hohe Welpensterblichkeit,
die vermutlich auf neue Parvoviren zurückzuführen ist.
Das Parvovirus kann sich nur in Körperzellen vermehren, die sich rasch teilen. Daher sind vor allem der Darm und die weißen Blutkörperchen betroffen. Bei sehr jungen Welpen kann das Virus auch den Herzmuskel schädigen, was zu plötzlichen Todesfällen führen kann. Die Sterblichkeitsrate liegt je nach Alter des Tieres und gleichzeitigen anderen Infektionen bei ungeimpten Tieren zwischen 1 und 10 Prozent. Bei Welpen liegt die Sterblichkeitsrate bis zu 80%.
Betroffene Tierarten: Hunde, Katzen, Frettchen.
Das Virus der Hundeparvovirose ist nicht identisch mit dem der Katze, allerdings sehr ähnlich.
Frettchen und Marder erkranken am Virus der Katze, nicht dem des Hundes.
Die Symptome bei Katze und Hund sind allerdings sehr ähnlich.
Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 2-3 Tagen bekommen die Tier schwere Durchfälle, die sehr
häufig blutig sind. Das Virus zerstört große Teile der Darmschleimhaut, welhalb sich die
erkrankten Tiere auch nur langsam erholen. Hohes Fieber, aber auch Untertemperatur ist
möglich. Mattigkeit, Fressunlust, Austrocknung und Kreislaufprobleme sind die Folge.
Bei Welpen zwischen 4 und 10 Wochen kann es zur Herzmuskelentzündung und zu plötzlichen
Todesfällen kommen, bevor noch Durchfall eingesetzt hat.
Das Virus zerstört auch einen großen Teil der weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr
verantwortlich sind. Aus diesem Grund ist der Körper für alle anderen zusätzlichen
Infektionen sehr empfänglich.
Bei gleichzeitiger Staupe- und Parvo-Infektion kann die Sterblichkeit bei ungeimpften Tieren
auf bis zu 100% steigen.
Prognose:
Je jünger das erkrankte Tier ist, desto schlechter die Prognose. Die meisten Todesfälle
betreffen Tiere unter 6 Monaten.
Behandlung:
Gegen das Virus selbst gibt es nur die prophylaktische Impfung. Mit Infusionen und
antibiotischer Therapie werden die Folgen der Austrockung und zusätzlicher bakterieller
Infektionen vermieden und die Überlebensrate deutlich erhöht.
Prophylaxe:
Die Impfung bietet guten Schutz gegen die Katzenseuche und ist auch bei reinen Wohnungskatzen
durch die sehr lange Haltbarkeit des Virus sehr empfehlenswert.
Impfung:
Eine Besonderheit ist bei der Impfung von Hunden zu beachten: Welpen von geipften Muttertieren
bekommen über die Milch während der Säugezeit ausreichend Antikörper (Abwehrstoffe) mit.
Impft man einen Welpen nun zu früh, werden die im Impfstoff enthaltenen Viruspartikel von
diesen Antikörpern sofort eliminiert und der Körper des Welpen hat gar nicht die Chance,
einen Impfschutz aufzubauen. Wartet man mit der ersten Impfung allerdings zu lange, könnte
der Hund in der Zwischenzeit vorübergehend keinen Schutz haben.
Allgemein ist man heute der Ansicht, dass die letzte Impfung der Grundimmunisierung nicht
vor der 16. Lebenswoche stattfinden sollte, da sonst nur 92% der Impflinge einen
ausreichenden Schutz vor der Katzenseuche haben.
Die übliche Grundimmunisierung (Staupe, Leptospirose, Hepatitis und Zwingerhusten) ist meist schon mit der 12.-13. Lebenswoche abgeschlossen. Für die Katzenseuche kann das aber möglicherweise nicht ausreichend sein.
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